Fersensporn-Operation

Die meisten Fälle von Fersensporn können mit konservativen Therapiemethoden gut behandelt werden. Die Beschwerden gehen zurück oder der Schmerz verschwindet ganz. Bleiben die nicht-operativen Behandlungsverfahren ohne Erfolg, so liegt das meistens an einer kontinuierlichen Überlastung des Fußgewölbes. Betroffene, die aufgrund ihres Berufs viel stehen und gehen, können diese einseitige Belastung meist nicht dauerhaft vermeiden. 


Ein operativer Eingriff kommt erst dann in Frage, wenn alle Standard-Therapien vollständig ausgereizt wurden und sich trotzdem keine Verbesserung der Symptome eingestellt hat. Das ist aber nur bei etwa 2-4 Prozent der Patienten der Fall. Ist die Fersensporn-OP unvermeidlich, kann sie dem Patienten dazu verhelfen, wieder ungehindert und problemlos seinem Alltag nachzugehen. Allerdings hat sie auch ihre Nachteile. 

Vorgehen bei der Fersensporn-OP

Die Operation kann sowohl in Vollnarkose als auch in Spinalanästhesie (lokale Betäubung) erfolgen. Dabei wird ein Schnitt, der ungefähr 5 cm lang ist, auf der Fußsohle in Fersenbeinhöhe gemacht, um so Zugang zur Plantaraponeurose zu gewinnen. Bei der sogenannten Plantaraponeurose handelt es sich um die ansetzende Sehnenplatte, welche die Fußsohle darstellt. Ist der Zugang geschaffen, wird die Sehnenplatte entweder gespalten, eingekerbt oder ein Teil davon herausgelöst – und zwar genau auf der Höhe des Fersensporns bzw. am Fersenbein. Die Schmerzen entstehen beim Fersensporn, weil die Verknöcherung an der Ferse an der Sehne scheuert. Durch die Verkleinerung der Sehnenplatte erhält die knöcherne Struktur mehr Platz, so dass sich Sehne und Fersensporn nicht mehr berühren. 


Generell ist eine komplette Entnahme des Fersensporns nicht ratsam. Ist der Kalkaneussporn aber sehr groß, wird er im Ganzen herausgenommen. 

Postoperative Maßnahmen und Genesungsdauer

Damit sich nicht gleich wieder ein Fersensporn ausbildet oder die Beschwerden erneut auftreten, muss der betroffenen Fuß nach der Operation konsequent geschont werden. Mit der OP ist es aber nicht getan. Viel mehr muss der Patient sich einer regelmäßigen Physiotherapie unterziehen, in deren Mittelpunkt Dehnübungen und Kraftaufbau stehen. Nach rund drei Monaten kann der Fuß in der Regel wieder voll belastet werden. 

Vor- und Nachteile einer Operation

Die Fersensporn-OP verspricht eine Erfolgsrate von 80-90 Prozent. Allerdings ist gleichzeitig mit einer hohen Rückfallrate zu rechnen. 


Leider lassen die Schmerzen jedoch nur allmählich nach. Außerdem können wie bei jeder Operation auch hier Komplikationen auftreten, wie beispielsweise Thrombose, Embolien, Blutungen, Infektionen und Wundheilungsstörungen. Außerdem kann es auch zu Ermüdungsbrüchen des Fersenbeins (Calcaneus) kommen. 


Darüber hinaus ist zu bedenken: Eine Fersensporn-Operation bringt zwar Erleichterung, aber nicht dauerhaft. Denn im Grunde wird durch die OP nur ein Symptom beseitigt, nicht aber die eigentliche Ursache für den Fersensporn (Bsp. Übergewicht, Fehlstellungen, schlechtes Schuhwerk, Wirbelsäulen-Fehlhaltung, einseitige Belastung usw.).