Strahlentherapie

Zu den nichtoperativen Maßnahmen bei Fersensporn gehört auch die Strahlentherapie, besser bekannt als Röntgenbestrahlung. In der Orthopädie wird sie längst bei Hüftprothesen angewendet, um eine übermäßige Knochenbildung zu verhindern. Aus diesem Grund ist die Strahlentherapie auch bei Fersensporn sinnvoll, wenn andere Behandlungsmethoden versagen. Rund 60-80 Prozent der Fersensporn-Patienten sprechen positiv darauf an.

Die Wirkmechanismen der Röntgenbestrahlung

Röntgenstrahlen sind nichts anderes als radioaktive Strahlen mit beschleunigten Atomen. Diese Teilchen sind in der Lage, Gewebe zu durchdringen. Insbesondere Gewebearten, die eine geringe Dichte aufweisen, wie es beispielsweise bei Haut und Fett der Fall ist, lassen sich von den ionisierten Strahlen mühelos durchbrechen. 


Die Röntgenstrahlung an sich besitzt zellschädigende Eigenschaften. Je intensiver also die Strahlungsintensität, desto größer der Gewebeschaden. Um den Fersensporn zu destabilisieren, aber das umliegende, gesunde Gewebe zu schonen, wird eine moderate Strahlenstärke eingesetzt. Diese liegt unter 1 Gy (Gray = älteres Energiemaß für ionisierende Strahlung). Zum Vergleich: Die Strahlendosis bei einer Krebstherapie liegt weit höher, nämlich bei 20-80 Gy! Schädigende Nebenwirkungen ähnlicher Art können also gar nicht erst auftreten, dafür hemmt die niedrige Strahlendosis aber Entzündungen und lindert Schmerzen. 


Die Röntgenstrahlen durchdringen zwar spielend Haut, Fleisch und Gefäße, treffen aber mit so viel Energie auf den Fersensporn, dass dieser dauerhaft Schaden nimmt. In der Folge wird der Fersensporn langsam aber sicher abgetragen, was zu seiner Verkleinerung führt. Außerdem sorgt die Strahlung dafür, dass weniger Lymphozyten (weiße Blutkörperchen) hergestellt werden, die bei Entzündungsprozessen eine tragende Rolle spielen. 

Behandlungsdauer

Eine Sitzung an sich dauert nur wenige Minuten, erfolgt zwei bis vier Mal wöchentlich und erstreckt sich über einen Zeitraum von ungefähr drei Wochen. In der Regel sollten sich Betroffene nach ungefähr drei Monaten und noch einmal nach einem Jahr einer Nachuntersuchung unterziehen.  

Vorteile und Nachteile der Strahlentherapie

Die Kosten für eine Röntgenbestrahlung werden von den gesetzlichen Krankenkassen vollständig getragen. Darüber hinaus verspricht diese Behandlungsmethode eine überdurchschnittlich hohe Erfolgsquote. 


In den ersten Sitzungen können sich die Schmerzen verstärken, im Laufe der Zeit werden sie jedoch immer schwächer. Zu Nebenwirkungen kommt es nur selten. Lediglich in Sonderfällen und bei bestehenden Hautschäden können leichte bis mittelschwere Hautirritationen wie Trockenheit, Rötungen und Entzündungen auftreten. Diese Nebenwirkungen klingen innerhalb weniger Tage von selbst wieder ab. Die Gefahr von „Streustrahlung“ auf andere Körperbereiche ist aufgrund der niedrigen Strahlenmenge sehr gering und wird durch Bleiauflagen minimiert.